145 – Musterbruch - Oder wie wir nicht zu den autoritären Stimmen unserer Kinder werden
23. Oktober 2026
Das Kind sitzt beim Abendessen am Tisch und unterbricht ständig die Gespräche der Erwachsenen. Trotz mehrmaliger Aufforderung, bitte stiller zu sein, klappt es nicht. Bis der Vater brüllt: «Solange Du Deine Füsse unter meinem Tisch hast, machst Du, was ich Dir sage!»
Wir alle tragen die Erziehungsmethoden und Beziehungserfahrungen in uns, die wir in unserem Herkunftssystem erlebt haben. Ob sie uns nun dabei halfen, unsere Bedürfnisse auszudrücken oder uns in ein Verhaltenskorsett schnürten, alle sind fest verankert. Unter hohem Stress und viel Spannung kommen genau diese Sätze und Bewertungen wieder hoch, die wir selbst erlebt haben.
Gerade in Situationen oder Übergängen, die für uns selbst als Kind hochemotional waren, werden unsere kindlichen Schemata aktiviert. Obwohl wir gerade selbst die Eltern sein sollten, fühlen wir uns wieder wie damals als Kind: Beim Schuleintritt, beim Weihnachtsessen, am Elternabend. Und wir werden zu den autoritären Stimmen unserer Kinder.
Doch die gute Nachricht ist: daran kann man etwas ändern!
Wie geht man mit den autoritären Stimmen um, die ungefragt auftauchen? Was tun, wenn die eigenen Kinder uns abwerten und wir uns selbst dabei wie Kinder fühlen, die gerade gescholten werden? Und wie reagiert man, wenn man sich als Eltern nicht einig ist und man verhindern möchte, dass jemand vor den Kindern sein Gesicht verliert?
In dieser Folge des Beziehungspodcast «Beziehungskosmos» besprechen Journalistin Sabine Meyer und Psychotherapeutin Felizitas Ambauen, wie wir unsere alten Schemata überschreiben können, warum es besonders wichtig ist, dass dabei auf moralische Abwertungen geachtet wird und auch, warum es sich lohnt, mit unseren Kindern über unsere Muster zu reden.
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