146 – Bindungsperfektionismus – Oder Beziehung ohne Burnout
6. November 2026
Eine gute, stabile Bindung ist wichtig und auf die Bedürfnisse der Kinder einzugehen ebenso. Daran zweifelt heute kaum noch jemand. Doch schnell wird aus bedürfnis- und bindungsorientierter Erziehung ein grenzenloses Dienen. Willkommen in der Falle des Bindungsperfektionismus!
Doch ausgebrannte Eltern können weder co-regulieren noch in Beziehung gehen. Elternschaft wird zum Wettbewerb und die Bedürfnisse der Kinder – um die es ja letztlich auch gehen sollte – geraten dabei in Vergessenheit. Manchmal geht es so weit, dass Bindungspersonen vor lauter Bindungsansprüchen in einem Burnout enden.
Wo enden die Bedürfnisse der Kinder und wo fangen die der Eltern an? Welche Selbstregulationskompetenzen (welch Wort!) darf man den Kindern altersgemäss zumuten und ihnen zutrauen, Frust auszuhalten? Kann es sein, dass die Kinder durch diesen Anspruch der perfekten Elternschaft zur Bewertungsinstanz werden, die uns fünf Sternchen vergeben kann, wenn wir es richtig gut gemacht haben?
In dieser Folge des Beziehungspodcasts «Beziehungskosmos» besprechen die Journalistin Sabine Meyer und Psychotherapeutin Felizitas Ambauen, wieso «Bindungsorientierung» manchmal auch gut versteckte emotionale Vermeidung und Konfliktscheu der Bezugspersonen sein kann, wie man den Unterschied zwischen Schutzzone (wo die Bedürfnisse der Kinder im Vordergrund stehen) und Wachstumszone (wo ihnen Reibung und Frust zugetraut wird) erkennt und auch, warum Eltern, die perfekt sein wollen, letztlich egoistisch handeln.
Verwandte Folgen:
1 Mental Load
46 Goodenoughism
63 Erziehungsstil
89 Bedürfniskult
93/102 Energiemanagement
107 Schule
112 Arbeitsbeziehungen
116/117 Emotional Load
137 Care Burn-Out
141 Synchronität
143 Co-Regulation
145 Musterbruch
Buch zur Folge:
Imlau Nora: Bindung ohne Burnout, Beltz, 2024
